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Arbeitslos mit Handicap

Das Patenprojekt Jobbrücke baut sein Netzwerk aus: mit Arbeitgebern und dem Jobcenter. Von links: Michael Klesse (Geschäftsführer Jobcenter), Holger Heheman (Koordinator Jobbrücke), Philip Bosma (Ansprechpartner für Schwerbehinderte im Jobcenter). Foto: Jörn Martens.

Osnabrück. Das ehrenamtliche Projekt Jobbrücke unterstützt jetzt auch Arbeitssuchende mit Handicap. In der Initiative unter dem Dach der Diakonie helfen ehrenamtliche Paten Arbeitssuchenden dabei eine neue Beschäftigung zu finden.

Holger Hehemann ist ehrenamtlicher Koordinator der Initiative. Sein Ziel ist es, von Handicap betroffenen Menschen einen neuen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu verschaffen. „Im Beruf gibt es meist keine Zeit, Menschen wieder aufzurichten, die körperlich und mental ganz unten angekommen sind“, sagt Hehemann.

Hilfe finden von Handicap betroffene Arbeitslose zuerst bei Hehemann selbst. Er informiert über Fördertöpfe, aus denen zum Beispiel Umbauarbeiten und Hilfsmittel am Arbeitsplatz finanziert werden können. Denn laut Hehemann schrecken solche Kosten einige Arbeitgeber ab, was gar nicht sein müsste. Außerdem führt Hehemann Gespräche mit Arbeitssuchenden. „Behinderungsbedingte Einschränkungen sollen so weit wie möglich minimiert werden“, erklärt Hehemann. So muss der Arbeitsplatz für einen Rollstuhlfahrer mit Türöffnern ausgestattet und ohne Treppen erreichbar sein. „Das ist eine Herausforderung, weil für Umbauarbeiten mehrere Zehntausend Euro über den Tisch laufen können“, sagt Hehemann.

Die Paten helfen im Anschluss durch persönliche Beratungen. Jeder Arbeitssuchende in der Jobbrücke bekommt einen festen Paten zugewiesen, mit dem unter anderem Zielvereinbarungsgespräche geführt werden. Hehemann kommt es aber besonders auf Engagement der Arbeitssuchenden an: „Die Jobbrücke ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Um Arbeitssuchende zu erreichen, arbeitet die Jobbrücke eng mit dem Jobcenter zusammen. Nicole Anell, Bereichsleiterin Markt und Integration beim Jobcenter Osnabrück, schätzt das Projekt und das Fachwissen der Paten: „Die ehrenamtlich tätigen Job-Paten verfügen über ein gutes Netzwerk und eigene berufliche Erfahrungen.“ Besonders diese Vernetzung mit Arbeitsgebern baue Vorbehalte ab und schaffe Jobchancen, so Anell.

Deutschlandweit wurden bereits 89 von Handicap betroffene Arbeitssuchende durch die Initiative in den Arbeitsmarkt und in die Selbstständigkeit vermittelt. Dabei werden alle unterstützt, die Arbeitslosengeld II empfangen und von einem Handicap betroffen sind.

Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/artikel/837895
Veröffentlicht am: 19.01.2017 um 17:08 Uhr
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