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Künftig nur noch ein Standort am Johannistorwall

Im Gebäudekomplex am Johannistorwall soll das Jobcenter zusammengeführt werden. Das Haus umfasst rechts den Gebäudeteil A mit der Agentur für Arbeit und links den Gebäudeteil B mit dem Jobcenter. Archivfoto: Gert Westdörp

S. Osnabrück. Nun wächst zusammen, was zusammengehört. Nicht ganz so theatralisch hat der Rat den Weg zu einer Zusammenlegung des Jobcenters frei gemacht. Zum einen erhoffen sich alle Beteiligten davon auf Dauer Einsparungen, zum anderen werden die frei werdenden Räume im Stadthaus 2 dringend für die Stadtverwaltung gebraucht.

Aufgrund der Geschichte des Jobcenters gibt es derzeit zwei Standorte: gut 2100 Quadratmeter Bürofläche im Gebäudekomplex der Agentur für Arbeit und fast 1200 Quadratmeter im Stadthaus 2 am Natruper-Tor-Wall. Schon seit 2011 gibt es einen Grundsatzbeschluss der Trägerversammlung des Jobcenters, beide Standorte zusammenzuführen. Geschäftsführer Michael Klesse sieht darin nur Vorteile, sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter.

Derzeit werden die Anträge auf Arbeitslosengeld II im Stadthaus 2 geprüft. Anschließend müssen die Antragsteller zur Vermittlung ins 1,4 Kilometer entfernte Jobcenter in der Agentur für Arbeit am Johannistorwall. Manchen Kunden gingen dabei „verloren“, sagt Klesse. Sie müssten angeschrieben und neu eingeladen werden. Dann sei das Jobcenter verpflichtet, Sanktionen auszusprechen. „Ein denkbar schlechter Start der Zusammenarbeit“, meint der Geschäftsführer. Knapp 82 Prozent aller Sanktionen in Osnabrück entfielen im vergangenen Jahr auf versäumte Termine, neun Prozent mehr als im Landesdurchschnitt. Klesse führt das auch auf die räumliche Trennung zurück, da das Jobcenter Osnabrücker in der Zufriedenheitsbeurteilung über dem Landesdurchschnitt liege.

Bei einer Zusammenlegung gehe zwischen Antragstellung und Vermittlungsbeginn keine kostbare Zeit mehr verloren. Daher rechnet der Geschäftsführer mit spürbaren Einsparungen. Nach seiner „sehr zurückhaltenden Schätzung“ erwartet er einen Tag weniger Leistungsbezug pro Antragsteller, was für die Stadt jährliche Einsparungen der Kosten für die Unterkunft von 46 000 Euro bedeuten würde. Eine schnellere Vermittlung werde auch beim Arbeitslosengeld II und Sozialgeld zu einer Reduzierung der Leistungen führen, ist Klesse überzeugt.

Das „Haus der Arbeit“ bedeute nicht zuletzt für die Mitarbeiterschaft eine Verbesserung im gegenseitigen Verständnis und beim Informationsfluss. Damit werde auch nach außen verdeutlicht, dass es nicht zwei getrennte Bereiche, die Leistungsgewährung und die Arbeitsvermittlung, gibt, „sondern es gibt einen Bürger mit dem einen Ziel der Unabhängigkeit von staatlichen Leitungen“, erklärt Klesse.

Das Gebäude am Johannistorwall ist in den Komplex A (Agentur für Arbeit) und B (Jobcenter) aufgeteilt. Nach den derzeitigen Plänen soll durch die Digitalisierung der Archive in B Platz für die Kollegen vom Stadthaus 2 geschaffen werden. Zudem könnten laut Klesse Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, die keinen Publikumskontakt haben, ausgegliedert werden, sodass auch in A Platz für das Jobcenter entstehen würde. Die dafür nötigen Umbauarbeiten dauern 12 bis 15 Monate.

Der frei werdende Platz im Stadthaus 2 soll mit städtischen Dienststellen belegt werden, die in angemieteten Räumen arbeiten. Das betrifft die Koordination der außerschulischen Bildung und Schulsozialarbeit in der Krahnstraße, die Leitung des Fachdienstes Familie an der Bocksmauer und das Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik an der Bierstraße. Dadurch würden jährliche Mieten von gut 71 000 Euro eingespart.

Quelle:
NOZ Georgsmarienhütte
Ausgabe vom 11. August 2014
Seite 17
Ressort Lokales

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