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2000 einkommensschwache Haushalte profitieren vom Projekt der Caritas

Feiern den Erfolg des Stromspar-Checks: Michael Klesse, Geschäftsführer des Jobcenters, Ralf Chojetzki, Geschäftsführer der Caritas, Klaus Siedhoff, Bereichsleiter Energie der Stadtwerke Osnabrück, Sabine Ostendorf, Maßarbeit, Lena Schäffer, Klimaschutzagentur Region Hannover, Kreisrat Winfried Wilkens und Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Foto: Detlef Heese

Osnabrück. Vor fünf Jahren startete der Stromspar-Check in Osnabrück. Ein Projekt, das von der Frankfurter Caritas entwickelt wurde und vor allem einkommensschwachen Haushalten beim Stromsparen helfen soll. Inzwischen haben 150 Städte das Projekt übernommen, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Auf 2000 Checks blickt nun die Osnabrücker Caritas zurück, 4800 Tonnen CO 2 konnten in den einzelnen Haushalten eingespart werden. Ein Resultat, das Ralf Chojetzki, Geschäftsführer der Caritas, sehr stolz macht. "Ich hätte nicht gedacht, dass der Stromspar-Check so erfolgreich wird", gesteht er.

Doch es besteht Bedarf an dem Energiespar-Projekt. Denn für Menschen mit einem geringen Einkommen ist das Sparen von Strom ein erster Schritt aus der Energiearmut heraus. So besuchen die Stromsparhelfer, die ebenfalls Langzeitarbeitslose sind und von Jobcenter und Maßarbeit für das Projekt vermittelt werden, Haushalte, die das Arbeitslosengeld II beziehen. Bei einer ersten Bestandsaufnahme ermittelt der Stromsparhelfer, welche Geräte viel Energie verbrauchen, erklärt im Gespräch, was in der Wohnung verändert werden kann. Dabei erstellt er für den Bewohner ein individuelles Stromsparpaket, das bei einem zweiten Besuch umgesetzt wird.

Hier tauscht der Stromspar-Mitarbeiter Glühbirnen gegen Energiesparlampen und bringt neben schaltbaren Steckleisten auch Wasser sparende Duschköpfe mit. "Das Duscherlebnis bleibt gleich, aber der Wasserverbrauch halbiert sich", weiß Ralf Chojetzki, der den Wasserstrahler bereits selbst ausprobiert hat. Rund 73 Euro werden für die verschiedenen Soforthilfen zum Energie- und Wassersparen ausgegeben. Eine Investition, die sich lohnt. Denn jeder Haushalt konnte mit diesen Maßnahmen 107 Euro beim Verbrauch einsparen.

Zudem bietet der Job als Stromsparhelfer neue Möglichkeiten im Arbeitsmarkt, wie Sabine Ostendorf vom Vorstand der Maßarbeit Osnabrück bestätigt. "Durch ihre Erfahrungen in einer beratenden Tätigkeit können viele Stromsparhelfer später weitervermittelt werden. Darüber hinaus haben sie oft einen besseren Draht zu den einkommensschwachen Haushalten, da sie die Menschen auf Augenhöhe beraten können", unterstreicht der Geschäftsführer des Jobcenters Michael Kleese.

Für eine erfolgreiche Energiewende müssen so nicht nur die Großindustrie, sondern auch private Haushalte umdenken, zogen die Beteiligten des Projektes gemeinsam Bilanz. Ein Ziel, für das der Stromspar-Check in der Region Osnabrück auf einem guten Weg ist.

Quelle:
Neue Osnabrücker Zeitung Ausgabe Stadt
Ausgabe vom 26. April 2014
Seite 23
Ressort Lokales

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