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Ein-Euro-Jobber Georg Meier jetzt Garten- und Landschaftsbauer

Lächelt hinter roten Dahlien: Georg Meier freut sich über seine abgeschlossene Ausbildung. Foto: Hermann Pentermann

S. Osnabrück. Georg Meier ist glücklich: Aus dem einstigen Ein-Euro-Jobber wurde ein ausgebildeter Garten- und Landschaftsbauer. Zum ganz großen Glück fehlt jetzt nur noch eine Stelle.

Die findet er bestimmt, meint Jürgen Weith. Der Gärtnermeister ist Chef in der Gärtnerei des Ameos-Klinikum. Dort hat der 33-jährige Meier seine um ein Jahr verkürzte Ausbildung gemacht. An der Knollstraße war er vor drei Jahren als Ein-Euro-Jobber angetreten. Mit Arbeitsgelegenheiten versucht das Jobcenter Osnabrücker, Erwerbslose in Arbeit einzugliedern.

Bei Georg Meier hat das nahezu reibungslos geklappt. In der Gärtnerei erkannten die Mitarbeiter schnell, dass der junge Mann nicht nur gut, sondern auch mit Freude bei der Sache war. Dabei gefielen ihm von Anfang an die Pflasterarbeiten besonders.

Bis er allerdings die Zusage zu einer Umschulung bekam, verging ein Jahr. Georg Meier findet das rückblickend nicht schlimm: Er habe sich in der Ameos-Gärtnerei "richtig wohlgefühlt". "In den meisten Betrieben geht es nur ums Geld", meint der "GaLaBauer", "hier geht es um den Zusammenhalt."

Das liegt auch an der besonderen Art des Betriebes, der 30 Hektar um das ehemalige Landeskrankenhaus beackert. Außer Meister Weith kümmern sich ein Florist, zwei Gartenbauingenieure, ein Gärtner und zwei Ergotherapeuten um die Mitarbeiter.

15 Arbeitsplätze belegen Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe, auch Patienten aus dem Ameos-Klinikum finden in der Gärtnerei eine Beschäftigung. "Wir haben noch sechs Plätze im Berufsbildungsbereich und arbeiten mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, dem Internationalen Bund, dem Jobcenter Osnabrück und der Maßarbeit zusammen", berichtet Weith.

Vom Setzen der Sämlinge bis zum Kassieren können die Mitarbeiter der Gärtnerei verschiedene Arbeitsschritte erproben. Die Blumen, das Obst und Gemüse, das dort angebaut wird, stehen für die Nachbarschaft und die Ameos-Belegschaft zum Verkauf. Die Weihnachtssterne, die im Advent das Klinikum schmücken, werden in der Gärtnerei gezogen.

Vor einem Jahr hat übrigens schon eine ehemalige Ein-Euro-Jobberin die Ameos-Gärtnerei als gelernte Garten- und Landschaftsbauerin verlassen. Sie fand in Herford eine feste Stelle. Georg Meier möchte aber lieber in Osnabrück bleiben.

Quelle:
NOZ West
Ausgabe vom 13. August 2014
Seite 19
Ressort Lokales

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