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Über einen Umweg in den Traumberuf

Jobcenter-Aktion „Die zweite Chance“ – Ziel: Teilnehmer zu erfolgreichem Abschluss führen

Umschüler in der IT-Branche (von links): Jobcenter-Vermittler Guido Pott, Alexander Gräber und Frank Gronenberg. Hinten Rainer Felgner, Prokurist der Sievers Group. Foto: Jörn Martens
 
Osnabrück. Über die Jobcenter-Aktion „Die zweite Chance“ sind zwei junge Osnabrücker bei der Sievers Group in ihren Traumberuf eingestiegen. Bei dem Unternehmen für Informations- und Kommunikationstechnologie werden sie zum IT-Systemelektroniker und zum Fachinformatiker Systemintegration umgeschult.

„Lebensläufe sind nicht immer komplett geradlinig“, sagt Klaus Gerdes-Röben. Die Sievers Group habe gute Erfahrungen mit Studienabbrechern und Umschülern gemacht, meint der geschäftsführende Gesellschafter: „Sie haben eine hohe Motivation und eine ausgeprägte Persönlichkeit.“ Mit diesen Eigenschaften eigneten sie sich vorzüglich für das 1989 gegründete Osnabrücker Unternehmen. Die Einstellung des Unternehmens wiederum passt zu der Aktion „Die zweite Chance“ des Jobcenters Osnabrück. Sie richtet sich an arbeitslose Menschen zwischen 25 und 45 Jahren, die einen Berufsabschluss anstreben.

So wie Alexander Gräber. Der Architekturstudent brach kurz vor dem Abschluss sein Studium ab, weil er merkte, dass Architektur nicht seine berufliche Zukunft sein würde. Während der vierjährigen Arbeitslosigkeit richtete der 34-Jährige sein Augenmerk immer stärker auf Technik und Elektronik, sodass sein Jobcenter-Vermittler Guido Pott ihm ein Praktikum bei der Sievers Group vorschlug.

Frank Gronenberg hat sein Studium der Politikwissenschaft und Philosophie in dem Wissen abgeschlossen, dass mit dieser Fächerkombination eine berufliche Zukunft wenig aussichtsreich erscheint. Hinzu kam, dass er sich ohnehin schon stark für die IT-Branche und deren Berufe interessierte. So schickte er von sich aus eine Initiativbewerbung an die Sievers Group und erhielt ebenfalls über Guido Pott ein Praktikum. Seit dem 1. August ist der 29-Jährige wie sein Kollege Gräber Umschüler. „Ich habe das große Los in der Sievers Group gezogen“, schwärmt Gronenberg. Denn „dieses große und wachsende Systemhaus“ biete die Chance, alle Systeme und nicht nur ein oder zwei kennenzulernen.

Gerade diese Vielseitigkeit bedeute aber auch, dass viel Stoff in der zweijährigen Umschulung vermittelt werden müsse, sagt Personalreferent Christoph Kreuzer. Die Sievers Group würde eine dreijährige Umschulung bevorzugen. Generell lege das Unternehmen großen Wert auf Ausbildung, um sich seinen eigenen Nachwuchs heranzuziehen. Von den 280 Mitarbeitern an den Standorten Osnabrück, Hamburg, Dortmund, Frankfurt und Mannheim seien 45 Auszubildende. 1400 Bewerbungen seien zuletzt eingegangen. Bei der Auswahl scheint das Unternehmen das richtige Händchen zu haben: Aus der Sievers Group gingen oft Innungs- und Landesbeste hervor.

Für die Aktion „Die zweite Chance“ hat das Jobcenter in diesem Jahre 90 Arbeitslose vorgeschlagen. 67 sind in einen Bildungsgang mit beruflichem Abschluss integriert worden. 32 Klienten, darunter Alexander Gräber und Frank Gronenberg, haben eine betriebliche Umschulung begonnen, 19 eine überbetriebliche Umschulung, elf eine betriebliche Ausbildung, vier eine außerbetriebliche Ausbildung und einer eine Einstiegsqualifizierung für junge Menschen.

Um unter dem breiten Spektrum an Berufen die richtige Wahl zu treffen, gebe es eine enge Absprache mit dem Vermittler, sagt Guido Pott. Auch während der Ausbildung oder Umschulung biete das Jobcenter eine weitergehende Betreuung an. Möglich seien Förderunterricht oder auch eine pädagogische Begleitung. Ziel der Aktion sei es, die Teilnehmenden zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

Quelle:
Neue Osnabrücker Zeitung
Ausgabe vom 25. September 2013
Seite 21
Ressort Lokales

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