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Über Schottland der Arbeitslosigkeit entkommen

Programm „Move and Work“ bereitet schwer vermittelbare Hartz-IV-Empfänger auf Leben mit Job vor

rbru Osnabrück. „Move and Work“ heißt das europäische Austauschprogramm für schwer vermittelbare Arbeitslose, das die Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (Geba) in Münster ins Leben gerufen hat. Seit November gibt es dieses Angebot auch im Jobcenter Osnabrück. Zwölf ausgewählte arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene bis 35 Jahre durften bereits an der ersten Projektphase teilnehmen, die einen zehnwöchigen Auslandsaufenthalt im schottischen Edinburgh vorsieht. Aktuell läuft eine Bewerbungsphase speziell für 20 arbeitslose Erwachsene mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt.

„Ziel des Programms ist es vor allem, den Arbeitslosen Selbstvertrauen zu vermitteln“, erklärt Jobcenter-Geschäftsführer Michael Klesse. Es sei für viele von ihnen eine große Herausforderung, sich in einer fremden Umgebung zu behaupten.
Der Programmablauf gestaltet sich folgendermaßen: Nach einer ersten verpflichtenden Info-Veranstaltung nehmen interessierte Arbeitslose an einem 14-tägigen Programm zur Kompetenzfeststellung teil. Danach wird eine feste Reisegruppe aus geeigneten Kunden zusammengestellt, die an einem neunwöchigen Vorbereitungskurs mit intensivem Sprachtraining teilnimmt. Im Anschluss beginnt der Auslandsaufenthalt, der einen 14-tägigen Sprachkurs beinhaltet, auf den ein achtwöchiges Betriebspraktikum folgt. Nach der Rückkehr nach Deutschland schließt sich eine zwölfwöchige Nachbereitungsphase mit Einzel- und Gruppengesprächen an.

„Die Praktikumsplätze werden ganz nach individuellen Neigungen und Stärken ausgesucht“, sagt Pam Semby vom Edinburgh College, das die Teilnehmer vor Ort betreut. Manche kellnern in Hotels, andere arbeiten in Gemeindezentren oder helfen in Druckereien aus. „Von den Praktikumschefs haben wir häufig zu hören bekommen: ‚Wie kann es sein, dass unser Praktikant bei euch in Deutschland keine Arbeit findet?‘“, berichtet Katy Teubener von der Geba. Viele wüchsen im Ausland über sich hinaus und entdeckten ganz neue Seiten an sich.
Der positive Effekt des Programms sei nachweisbar, erklärt Geba-Projektkoordinatorin Claudia Böing. „70 Prozent der Teilnehmer nehmen im Anschluss an das Programm eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle auf, beginnen ein Studium oder holen ihren Schulabschluss nach“, so die Erfahrungen aus Münster. Andere hätten nach „Move and Work“ sogar Stellenangebote von ihren Praktikumsbetrieben in Schottland bekommen.

Das Programm „Move and Work“ ist Teil des transnationalen Programm „IdA – Integration durch Austausch“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Interessierte Hartz-IV-Empfänger können sich bei Astrid Heesch vom Jobcenter Osnabrück um eine Teilnahme bewerben: Telefon 05 41/99 86-9 591, E-Mail heesch@remove-this.geba-muenster.de.

Move and Work

Quelle:
Neue Osnabrücker Zeitung Ausgabe Süd
Ausgabe vom 04. Februar 2014
Seite 17
Ressort Lokales

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