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Zugang zu Presse, Internet und Handy

Senioren profitieren von Bürgerarbeit

Eveline Heeren lässt sich am PC die Internet-Telefonie-Software „Skype“ erklären. Foto: Michael Gründel 

gil Osnabrück. Alten und gebrechlichen Menschen den Kontakt zum gesellschaftlichen Leben ermöglichen – das ist Anliegen des Nachbarschaftshilfevereins „Helfen in Hellern“. Unterstützung bekommt der Verein durch das Modellprojekt „Bürger arbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in Verbindung mit dem Europäischen Sozialfonds der EU.
Jeden Morgen um 10 Uhr ist Pressezeit in einer Senioren-WG in Hellern. Die pflegebedürftigen Bewohner bekommen Besuch von einem „Bürgerarbeiter“, der ihnen Meldungen aus der Tageszeitung vorliest. Das Abo stiftete die Neue Osnabrücker Zeitung. Anschließend diskutieren die Senioren und erzählen von eigenen Erlebnissen. „Dadurch bleiben sie in Verbindung mit dem Geschehen in unserer Stadt“, erklärt der Vorsitzende des Vereins „Helfen in Hellern“, Ulrich Hasskamp.

Seit Januar 2012 gibt es im Verein die Bürgerarbeiter-Stelle mit 20 Wochenstunden. Neben dem Pressedienst unterstützt der Bürgerarbeiter den Verein und einzelne Bürger am Computer. Ob Skype, E-Bay, PDF oder Recherche: Senioren ohne Internetzugang oder mit Problemen bei PC oder Handy erhalten Tipps und Hilfe. Im Gebäude der „Alten Kasse“ finden sie einen Online-Zugang und Unterstützung, auch bei der Kontaktpflege, der Organisation von Terminen, Anfragen und Aufträgen.

„Wenn man nicht regelmäßig am Computer sitzt, verlernt man einiges“, sagt die 69-jährige Eveline Heeren. Sie managt Konzerte für das weißrussische Musikensemble Lidjane, das jedes Jahr im Advent nach Osnabrück kommt. Sie ist froh, dass sie hier Rat findet, etwa beim Einscannen von Fotos und dem Verschicken von E-Mails. „Der Bürgerarbeiter kam wie gerufen. Er ist eine große Bereicherung für uns“, bekräftigt Hasskamp.

„Wenn das Projekt Ende nächsten Jahres ausläuft, sind schnell wieder Probleme da, die wir erst mal nicht lösen können“, sagt die Zweite Vereinsvorsitzende Inge Brinkmeyer. Sie habe sich nach dem Motto „Fordern und fördern“ intensiv und gerne um die Einarbeitung des Bürgerarbeiters gekümmert. Jetzt profitiere sie bei vielen Verwaltungsaufgaben sehr davon.

Das Modellprojekt „Bürgerarbeit“ des BMAS hat zum Ziel, Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren. Seit Januar 2011 wurden 34 000 Bürgerarbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Bundesweit sind 197 Jobcenter beteiligt. Zur Finanzierung fließen rund 1,3 Milliarden Euro aus dem Bundesetat und jährlich 200 Millionen aus dem Europäischen Sozialfonds.

Quelle:
Neue Osnabrücker Zeitung
Ausgabe vom 22. November 2013
Seite 20
Ressort Lokales

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