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Unterkunft und Heizung

Bedarfe für die Unterkunft und Heizung werden in tatsächlicher Höhe berücksichtigt, soweit sie angemessen sind (§ 22 Abs. 1 SGB II). Zu den Bedarfen für die Unterkunft gehören insbesondere folgende Aufwendungen: vertragliche Mietkosten (sogenannte Kaltmiete oder Grundmiete)

  • Nutzungsentgelt bei Genossenschaftswohnungen
  • Zinsaufwendungen für das selbstgenutzte Eigenheim bzw. Eigentumswohnung
  • Nebenkosten (kalte Betriebskosten)
  • Nachforderungen aus Nebenkostenabrechnungen.

Angemessenheit

Bei der Ermittlung der angemessenen Aufwendungen für die Unterkunft ist von der sogenannten Produkttheorie auszugehen. Die angemessenen Aufwendungen sind demnach das Produkt aus der angemessenen Wohnfläche und dem angemessenen Quadratmeterpreis. Für unterschiedliche Haushaltsgrößen gibt es somit unterschiedliche angemessene Wohnflächen. Die Haushaltsgröße bestimmt sich nach der Anzahl der Personen im Haushalt. Die tatsächliche Wohnfläche kann höher als die angemessene sein, wenn dies durch einen geringeren Quadratmeterpreis ausgeglichen wird. Der tatsächliche Quadratmeterpreis kann höher als der angemessene sein, wenn dies durch eine geringere Wohnfläche ausgeglichen wird. Die Bruttokaltmiete (Grundmiete plus kalte Nebenkosten) muss innerhalb der maßgeblichen Angemessenheitsgrenze liegen.
Die Angemessenheit der Heizkosten wird isoliert geprüft, unabhängig von den Kosten der Unterkunft.

Unangemessene Aufwendungen - Kosten senken.

Übersteigen die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung die jeweilige Angemessenheitsgrenze, sind sie nur so lange zu berücksichtigen, wie es Ihnen nicht möglich oder zuzumuten ist, die Kosten zu senken. Die Kosten können zum Beispiel durch Untervermietung oder Umzug in eine Wohnung mit niedrigeren Mietkosten gesenkt werden. Die unangemessenen Aufwendungen können in der Regel nur für einen Zeitraum von 6 Monaten berücksichtigt werden, in dem vorerst die tatsächlichen höheren Unterkunftskosten weiter gezahlt werden. Danach müssen die Kosten entsprechend niedriger sein. Es sei denn, Sie tragen den Differenzbetrag zwischen den anzuerkennenden Aufwendungen und den tatsächlich zu zahlenden Aufwendungen aus eigenen Mitteln.

Ausnahmen

Eine Senkung der Unterkunftskosten ist nicht zumutbar, wenn unabweisbare Gründe bestehen, die höhere Kosten rechtfertigen. Das Vorliegen solcher Gründe ist von Ihnen nachzuweisen.
Eine Verlängerung des o. g. 6-Monatszeitraumes kann eventuell in Betracht kommen, wenn es Ihnen nachweislich trotz intensiver Bemühungen nicht gelingt, zumutbaren Wohnraum anzumieten, dessen Aufwendungen die Angemessenheitsgrenze nicht übersteigen.

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